WB3 | Prävention und Intervention bei sexualisierten Grenzverletzungen

Betroffene stärken – Fachleute und Eltern unterstützen

Ruth Lindner, Bernd Brass, Lucia Armborst, Burhard Minnerup

Die Auseinandersetzung mit Grenzverletzungen von Kindern und Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen, insbesondere des sexuellen Missbrauchs, fordert uns als Fachleute auf, sowohl schützend und unterstützend als auch klar und konfrontativ zu arbeiten.
     Diese Weiterbildung qualifiziert durch zwei Bausteine, einerseits für die Arbeit mit Kindern als Präventionsarbeit und mit Opfern von sexualisierter Gewalt. Andererseits für die Arbeit mit Fachkräften und Eltern.
     Es werden theoretische Grundlagen der geschlechtsspezifische Arbeit, der Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt thematisiert. Systemische Beratungsansätze und damit Symptomverstehen sowie die Opfer-Täter-Dynamik und Netzwerkarbeit zur Unterstützung werden vermittelt.
     Praxisnahe Methoden bieten Erweiterung der Handlungskompetenzen in Gefahren- und alltäglichen Situationen sowie ein eigenes Konzept für selbstständiges Arbeiten. Die Weiterbildung qualifiziert zur Durchführung von Selbstbehauptungskursen. Die Elemente der Selbstbehauptung sind auf die jeweiligen Arbeitszusammenhänge übertragbar, wie Kindertageseinrichtungen, Schulen, Kinderheime und Einrichtungen für Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen.
     Die Weiterbildung dient der Beratung von Erwachsenen, das heißt pädagogischen Fachleuten und Eltern.

Weiterbildungsinhalte konkret:

Block 1: Grundlagen

  • Definition von sexuellem Missbrauch und Trauma
  • Die eigenen Erfahrungen und die persönliche Haltung zum Thema
  • Konfliktfelder für HelferInnnen

Block 2: Systemische Beratungsmethoden

  • Symptomverstehen
  • Beratungsgespräche mit Eltern
  • Beratung von Fachkräften
  • Netzwerkarbeit

Modul 1: Präventions- und Interventionsmethoden der Einzel- und Gruppenarbeit

  • Theorie
  • Techniken und Übungen des ressourcenorientierten Selbstbehauptungstrainings
  • Geschlechtsdifferenzierte Spiele zu den Themen:
    Selbstvertrauen, Wahrnehmung, Körperbild, gute und schlechte Geheimnisse, Grenzen, eigene Gefühle, Rituale
  • Interventions- und Hilfsmaßnahmen

Modul 2: Täterarbeit ist Opferschutz

  • Auseinandersetzung mit der Person des erwachsenen Täters und seinen Bedürfnissen und Interessen
  • Die Behandlung jugendlicher sexueller Misshandler
  • Zusammenarbeit mit Fachkräften aus der Täterarbeit zum Schutz und zur Entlastung und Entschuldung der Opfer

Block 3: Die eigene Praxis / Konzeptentwicklung

  • Entwicklung eines eigenen Konzeptes als Angebot für Institutionen für Gruppenarbeit
  • Gestaltung von Informationsveranstaltungen für Eltern und Fachkräfte
  • Öffentlichkeitsarbeit

Die Weiterbildung ist praxis- und erlebnisorientiert und setzt die Bereitschaft zur Selbsterfahrung voraus.


Umfang

Die Weiterbildung umfasst die genannten drei Blöcke sowie die Teilnahme an einem oder zwei Modulen.
Sie schließt mit einem Zertifikat ab.

TeilnehmerInnen

Fachfrauen und -männer aus psychosozialen und pädagogischen Arbeitsfeldern mit Interesse am Schutz von Kindern und an geschlechtsdifferenzierter Arbeit.

Kosten

900 € für die Blöcke, zuzüglich 300 € für Modul 1, zuzüglich 200 € für Modul 2.

Ort

Zentrum für Familientherapie und Beratung, Neuss

Termine

Block 1 11.- 13.04.2011
Block 2 06. - 08.06.2011
Modul 1 11. - 13.07.2011
Modul 2 10. - 11.10.2011
Block 3 21. - 23.11.2011

Die Fortbildung findet an allen Tagen in der Zeit von 10.00 – 17.00 Uhr statt.

Anmeldung

bis zum 15.03.2011


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